Baufertigstellungen brechen dramatisch ein: IVD fordert echten Wohnungsbau-Turbo

Die Krise auf dem Wohnungsmarkt verschärft sich weiter. Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilt, wurden im Jahr 2025 bundesweit nur noch 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das sind 18 Prozent weniger als im Vorjahr und der niedrigste Wert seit 2012. Bereits 2024 war die Zahl der Baufertigstellungen deutlich um 14,4 Prozent eingebrochen. Dazu erklärt IVD-Präsident Dirk Wohltorf:

„Der dramatische Einbruch bei den Baufertigstellungen zeigt: Von einer Entspannung auf dem Wohnungsmarkt kann keine Rede sein. Wer jetzt wegen des Bauturbos oder leicht steigender Genehmigungszahlen schon zufrieden ist, ignoriert die harte Realität. Für Wohnungssuchende und Familien, die Wohneigentum bilden wollen, zählt nicht, was geplant oder genehmigt wird. Entscheidend ist, was tatsächlich gebaut wird und bezogen werden kann.

Jetzt ist nicht die Zeit für neue Regulierung und die Verwaltung des Mangels. Noch schärfere Mietpreisregulierung lösen die Wohnungsfrage nicht – sie verschärft Investitionsbedingungen zusätzlich. Das Gebot der Stunde lautet Deregulierung: weniger Vorschriften, einfachere Verfahren und konsequent nur noch Mindestbaustandards statt immer neuer Anforderungen.

Wer Wohneigentum schaffen will, muss Familien endlich wirksam unterstützen. Der Staat sollte bei selbstgenutztem Wohneigentum auf die Grunderwerbsteuer verzichten. Zusätzlich braucht es eigenkapitalersetzende Bürgschaften und gezielte Zinsvergünstigungen. Denn der Traum vom Eigenheim scheitert heute oft nicht am Willen, sondern am fehlenden Eigenkapital und den staatlich verursachten Hürden und Kosten.

Deutschland braucht keinen Planungsturbo allein. Deutschland braucht einen echten Wohnungsbau-Turbo. Bauen muss schneller, einfacher und kostengünstiger werden. Nur so entstehen die Wohnungen, die dringend gebraucht werden.“

 

Pressemitteilung vom 22. Mai 2026

IVD-Präsident Dirk Wohltorf: „Der Kanzler hat den Schlüssel in der Hand“

Die heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen erneut den gravierenden Mangel an Neubau in Deutschland. Im Jahr 2024 wurden lediglich 251.900 neue Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang um 14,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erneut deutlich weniger als die jährlich benötigten 400.000 Wohnungen, die erforderlich wären, um dem wachsenden Wohnraumbedarf gerecht zu werden. Besonders starke Rückgänge gab es 2024 bei den meist von Privatpersonen errichteten Ein- und Zweifamilienhäusern: Mit 54.500 Einfamilienhäusern wurden 22,1 Prozent weniger fertiggestellt als im Vorjahr. Die Zahl neuer Wohnungen in Zweifamilienhäusern fiel um 26,2 Prozent auf 17.600. Der Rückstand im Neubau bleibt mit 759.700 Wohnungen dramatisch hoch und mit ihm die angespannte Lage auf vielen regionalen Wohnungsmärkten.

Für den Immobilienverband Deutschland IVD ist diese Entwicklung ein klarer Handlungsauftrag an die Politik. IVD-Präsident Dirk Wohltorf erklärt:

„Bundeskanzler Friedrich Merz hat in dieser Woche zurecht betont, dass Menschen mit normalem Einkommen die Möglichkeit haben müssen, Wohneigentum erwerben zu können. Mit dieser Aussage hat der Kanzler den Schlüssel in der Hand – jetzt muss die Bundesregierung die Tür zum Eigentum öffnen. Das ist nicht nur ein gesellschaftspolitisches Versprechen, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

Wenn man bedenkt, dass Ein- und Zweifamilienhäuser regelmäßig mehr als ein Drittel der fertiggestellten Wohnungen ausmachen, wird deutlich: Der private Wohnungsbau ist ein tragender Pfeiler der Wohnraumversorgung. Mit eigenkapitalersetzenden Bürgschaften, wie sie im Koalitionsvertrag vereinbart sind, ließe sich dieses Segment wieder stärken, weil fehlendes Eigenkapital die Finanzierungskosten nach oben treibt und damit häufig den Wunsch nach den eigenen vier Wänden platzen lässt.“ Diese Idee ist nicht neu und war schon in den beiden vorhergehenden Koalitionsverträgen enthalten. Aufgrund langwieriger Zertifizierungsverfahren wurden diese Pläne jedoch nie umgesetzt.

„Wenn es die Regierungskoalition ernst meint mit dem erleichterten Zugang zum Wohneigentum, muss sie jetzt gleich zu Beginn der Legislaturperiode die Weichen für eigenkapitalersetzende oder -ergänzende Bürgschaften stellen. Das Problem vieler junger Familien, die zunehmenden Eigenkapitalanforderungen nicht erfüllen zu können, darf nicht wieder auf die lange Bank geschoben werden“, so Wohltorf. Die Immobilienwirtschaft und auch die Menschen in Deutschland stehen bereit und warten auf die notwendigen Impulse.

 

Pressemitteilung vom 23. Mai 2025

Ansprechpartner

Bundesverband

Leiter Kommunikation und Pressesprecher

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