Mainz, 09.06.2026 – In den vergangenen zwölf Monaten haben sich die Kaufpreise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen in Rheinland-Pfalz weiterhin stabilisiert. Die Wohnungsmieten hingegen stiegen im Landesdurchschnitt moderat an. Dies geht aus dem Immobilien-Preisspiegel Rheinland-Pfalz 2026 des Immobilienverbands Deutschland, IVD West, hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Darin ist der Immobilienmarkt in 83 rheinland-pfälzischen Kommunen dokumentiert.
„Die geringe Dynamik auf dem Immobilienmarkt in Rheinland-Pfalz ist zum einen auf den Quasi-Stillstand beim Neubau – mit Ausnahme des Luxussektors – zurückzuführen. Der andere Grund ist die große Verunsicherung in weiten Teilen der Bevölkerung aufgrund multipler Krisen, hierzulande und weltweit“, erläutert Andreas Schnellting, Stellv. Vorsitzender des IVD West aus Kusel, den heute in Mainz vorgelegten Preisspiegel. „Ältere Bestandsimmobilien sind in größerer Zahl auf dem Markt. Allerdings wird es gerade für junge Familien immer schwieriger, den angestrebten Schritt ins Wohneigentum zu realisieren. Die Finanzierung erweist sich oft als Nadelöhr. So bleibt der Mietwohnmarkt eng.“
Die Vermarktungsphasen haben sich spürbar verlängert und die Kreditvergabepolitik der Banken ist anhaltend restriktiv. Daher kommen beim Immobilienkauf vorwiegend Haushalte mit genügend Eigenkapital zum Zuge. Eine Trendwende hin zu einem qualitativ guten und vor allem ausreichenden Angebot an Wohneigentum für breite Schichten der Bevölkerung lässt sich nur mit einem deutlichen Schub beim Thema Neubau anstoßen. Andreas Schnellting: „Der IVD fordert daher u.a. dringend die Absenkung der Grunderwerbsteuer, weitere Initiativen zur Nivellierung der Baustandards und vor allem wirkungsvolle Förderprogramme für den Erwerb selbstgenutzten Wohneigentums.“
